Am Vormittagsprogramm konnte ich leider nicht teilnehme, hier stand die Arbeit am Langzügel auf dem Plan.
Wir sind gegen Mittag dort angekommen, die Halle ist mitten im tiefsten Ostfriesland, da ist einfach nichts, nur Feld und Wiese. Die Halle selber bzw. das Reiterstübchen war wirklich sehr toll, antike Gegenstände schmückten den ohnehin schön gestalteten Raum. Ich fand war eine sehr angemessene Kulisse für diesen doch sehr von Reitkunst geprägten Menschen wie Richard Hinrichs.
Der Vortrag ging im Wesentlichen um die Piaffe. Herr Hinrichs hat erklärt, welche Kriterien eine korrekte Piaffe erfüllen sollte.
- Ausführung mit ganz geringem Raumgewinn oder auf der Stelle
- Angestrebt wird eine abgesenkte Kruppe bei verstärkter Lastaufnahme durch die Hinterbeine und entlasteten Vorderbeinen
Viel mehr Eindruck jedoch auf mich machten die Fehler, die in einer Piaffe entstehen können:
- breite Hinterstellung und ein großteil des Gewichts wird auf die VH verschoben
- geringer Schwebemoment
- das Schnüren ( bin mir nicht mehr sicher, ob er das wirklich so genannt hat)
Am wichtigsten habe ich seine Aussage verstanden, dass der Reiter in der Lage ist, sein Pferd in solchen Lektionen einfach in Ruhe zu lassen, und hier schließt sich für mich auch wieder der Kreis zu mir – denn für mich steht dieser Punkt ebenfalls sehr weit oben.
Herr Hinrichs ist noch auf Punkte wie Fehler und Korrektur, unklare Zügelhilfen und Motivation für die Piaffe eingegangen.
Anschließen ging es in die Halle zur Praxis. Ich fand die Unterrichtseinheiten, die ich gesehen habe gut, auch die, die evtl. nicht jedermans Anspruch bedient haben, aber gerade die haben einen hohen Lernfaktor, zumindest für mich. Für mich ist es wie ein Buch lesen, wenn Schüler und Pferd Fehler machen und der Lehrer kommentiert und v.a. korregiert.

Auch der freundliche Umgang mit dem Reiter aber insbesondere mit dem Pferd hat mir sehr gefallen. Wären wir beide fit gewesen, hätte ich mir das Mitreiten sehr gut vorstellen können, wir hätten bestimmt sehr viel mitnehmen können – die Fehlerquote wäre sicher hoch gewesen
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